Chemins de fer électriques Veveysans (CEV)-2

Strecke: St-Légier – Châtel-St-Denis GFM

Im Tal der Veveyse.                                                                          Foto  P. Sutter, Archiv Tramclub Basel

Hier liegt die Strecke

St-Légier liegt an der Schmalspurbahn ab Vevey.

Geschichte

Die Strecke St-Légier – Châtel-St-Denis war eine Zweigstrecke der Linie Vevey – Blonay der Chemins de fer électriques Veveysans CEV. Sie wurde 1904 eröffnet und stellte die Verbindung zwischen Vevey und dem an den Freiburger Bahnen GFM (heute TPF) gelegenen Châtel-St-Denis her. Da auf der ganzen Strecke keine Ortschaften direkt berührt wurden, blieben die Frequenzen unter den Erwartungen. Die Züge nach Châtel-St-Denis verkehrten alle bereits ab Vevey.

Als dann in den 60er Jahren die Bahn dringend modernisiert werden sollte, verlangte Bund und Kanton eine umfassende Abklärung der Verkehrserschliessung von Vevey und Umgebung. Um die auf den Anhöhen liegenden Siedlungen besser erschliessen zu können, wurde dann die Busvariante gewählt und die Bahn 1969 eingestellt.

Streckenführung

In der kleinen Station St-Légier zweigte die Strecke mittels Gleisdreieck von der Linie Vevey – Blonay ab. In nordwestlicher Richtung wurde bald das Tal der Veveyse erreicht welches in grosser Höhe mit einer Metallbrücke, zusammen mit der Strasse, überquert wurde. Am andern Talhang drehte das Gleis scharf nach Nordosten und folgte dem Tal in Hanglage und andauernder Steigung bis zum Endpunkt Châtel-St-Denis. Diese Station gehört den Freiburger Bahnen TPF. Die Eigentumsgrenze CEV – GFM lag bei der Kantonsgrenze, ca. 400 Meter vor Châtel-St-Denis. Die Strecke wies abgesehen von der grossen Bahn- / Strassenbrücke keine nennenswerten Kunstbauten auf.

Die Fahrzeit betrug 19 Minuten.

Streckenskizze                                                               Google Earth

Was blieb erhalten? Stand 2007

Ab dem ehemaligen Gleisdreieck in St-Légier von dem auch heute noch zwei Seiten erhalten sind, ist das Trassee zwischen Neubauten noch auf mehrere hundert Meter zu sehen. Anschliessend ist das Gebiet bis zur Autobahn total überbaut und verändert. Die grosse Fenil Brücke dient weiterhin dem Strassenverkehr. Im Tal der Veveyse jedoch ist das Trassee bis auf ein kleines Stück welches nun Wiesland ist, noch grösstenteils als Wanderweg begehbar. In Châtel-St-Denis wurde in Sichtweite der Station ein Einkaufscenter auf das Trassee gestellt. Hinter dem Center bis zur Station blieb jedoch noch ein kurzes Stück Streckengleis erhalten

Bahnwandern 2007

Als Bahntrasseewanderung empfiehlt sich das Teilstück im Tal der Veveyse, das heisst von Fenil bis Châtel-St-Denis. Mit dem Bus ab Vevey fahren wir bis zur Station Fenil sur Corsier, Zone Indust. Rechterhand sehen wir nun die grosse Fenilbrücke, über die, zusammen mit dem Strassenverkehr, auch die CEV Züge rollten. Wir marschieren nun einige Meter der Hauptstrasse entlang bis zum Ende der Industriezone und biegen auf die kleine Strasse links ab. Nach etwa 50 Meter kommen wir zu einer schmalen, asphaltierten Strasse welche rechts abbiegt und parallel zur Hauptstrasse, jedoch etwas höher, talaufwärts führt. Wir sind nun auf dem Bahntrassee. Beim Restaurant Fenil überquert das Trassee die Hauptstrasse und liegt nun talseitig von dieser. Auf schmalen Wegen oder Strässchen steigen wir mit vielen Kurven, durch Wiesen und Wälder zum ehemaligen Endpunkt der CEV empor. Einzig kurz vor Moille-Saulaz wurde das Trassee wieder kultiviert und wir müssen für einige hundert Meter auf die Nebenstrasse ausweichen. An der ganzen Strecke liegt keine einzige grössere Siedlung, wohltuende Stille auf dem ganzen Weg. Kurz vor Châtel-St-Denis kommen wir zur stark befahrenen Hauptstrasse und finden hier gleich eine Bushaltestelle für die Rückfahrt nach Vevey. Natürlich können wir auch noch die kurze Strecke bis zum TPF Bahnhof oder ins Dorfzentrum unter die Füsse nehmen.

Wanderzeit: 2 Stunden.

Allgemeine Daten

Betriebsaufnahme Strecke:
St-Légier – Châtel-St-Denis              2.04.1904
Betriebseinstellung Strecke:
St-Légier – Châtel-St-Denis             31.05.1969
Streckenabbruch                 1969
Ersatzbetrieb                  Bus
Streckenlänge                6,8  km
Spurweite              1000  mm
Kleinster Kurvenradius                 60  m
Grösste Neigung               50  0/00
Stationen und Haltestellen aufgehoben                    6
Tiefste Station     (Pont-de-Fenil)             513  m.ü.M.
Höchste Station  (Châtel-St-Denis)             807  m.ü.M.
Anzahl Tunnel                  —-
Anzahl Brücken    (über 2 m Länge)                  —-   (eigene)
Betriebsart              Elektrisch
Elektrischer Betrieb ab              Eröffnung
Stromsystem             Gleichstrom
Spannung                 900  V
Anzahl Zugspaare                  13

Stationen und Haltestellen

Name Bahn km Höhe m.ü.M.  HG Bemerkungen
St-Légier    1)       3,6       539   2 noch in Betrieb
La Veyre       4,4       533   1
Pont-de-Fenil       4,9       513   1
Fenil       5,7       573   2
Moille-Saulaz       7,3       653   1
Les Chaux       8,5       710   1
Bellière      10,4       807   1
Châtel-St-Denis  (GFM)      11,0       807 noch in Betrieb

1) Die Abzweigstation St-Légier war als Gleisdreieck angelegt. Die Strecken nach Blonay und Châtel-St-Denis besassen je zwei Stationsgleise.
HG = Hauptgleise

Bilder aus der Betriebszeit

Ausschnitt aus dem Kursbuch Sommer 1965

Fotos nach der Betriebseinstellung (Spurensuche 2007)

 

 

 

Literatur

Voies étroites de Veveyse et de Gruyère, BVA Verlag
Schweiz. Verkehrsstatistik 1960, Amt für Verkehr
Schienennetz Schweiz, AS Verlag
Aufgehobene Bahnen in der Schweiz, VRS Verlag