Vereinigte Huttwil-Bahnen (VHB/RSHB)

Strecke: Sumiswald-Grünen – Wasen

Bei Ei. 1994                                                                                                 A. Knoerr

Hier liegt die Strecke

Sumiswald-Grünen liegt an der Strecke Ramsei – Huttwil.

Geschichte

1908 eröffnete die Ramsei – Sumiswald – Huttwil Bahn RSHB, die Strecke Ramsei – Huttwil wie auch die Zweigstrecke Sumiswald – Wasen. Das in einem Seitental liegende Wasen ist sehr stark landwirtschaftlich geprägt, hat jedoch auch noch einige Industriebetriebe aufzuweisen. Zwischen Sumiswald und Wasen gibt es keine grössern Siedlungen. 1944 fusionierte die RSHB mit den beiden andern Huttwiler-Bahnen LHB und HWB zu den Vereinigten Huttwil-Bahnen VHB. Mit der zunehmenden Motorisierung wurden die Frequenzen derart schlecht, dass die VHB als Nachfolgegesellschaft beschloss die Strecke Sumiswald-Grünen – Wasen 1994 auf Busbetrieb umzustellen. Der Güterverkehr blieb vorerst auf der Schiene. Bei Burghof befindet sich ein grösseres Metallwerk das regelmässig mit dem Stationstraktor von Sumiswald bedient wird. Der Bus hat zwar eine längere Fahrzeit als die Bahn, bedient aber jetzt auch den Hauptort Sumiswald mit mehreren Haltestellen. Auf 2005 hat SBB Cargo den Güterverkehr nach Wasen eingestellt. Die RUWA in Burghof wird weiterhin beliefert. Sie hat zu diesem Zweck eine Ee 3/3 Rangierlok gekauft und führt die Transporte ab Sumiswald-Grünen nun mit eigenem Personal durch. Vereinzelt wird die Strecke auch noch durch Personen-Extrazüge befahren.

2009 hat die Nachfolgegesellschaft BLS entschieden die Strecke Burghof – Wasen wegen mangelhaftem Zustand für jeglichen Verkehr zu sperren. Die Wagenzustellung zur Firma RUWA bleibt gewährleistet.

2013 Der Bund überträgt die Konzession der eingestellten Strecke Sumiswald-Grünen – Wasen von der BLS Netz AG auf die neu gegründete Emmentalbahn GmbH ETB.
Die ETB beabsichtigt auf dieser Strecke einen Museumsbetrieb aufzunehmen.
2017 Die Strecke nach Wasen wird wieder von Dampf-Extrazügen befahren.

Streckenführung

Sofort nach Verlassen der Station Sumiswald-Grünen wendet sich die Strecke scharf nach Osten, unterfährt die Strasse von Grünen nach Sumiswald und folgt dem eher breiten Tal in einem grossen Bogen nach Wasen. Ausser einer Betonbrücke über die Grüne kurz vor Wasen sind keine nennenswerten Kunstbauten vorhanden.

Die Fahrzeit betrug 9 Minuten.

Streckenskizze                                                                                   Google Earth

Was blieb erhalten?

Da der Güterverkehr noch erhalten blieb hat sich die Infrastruktur bis heute nicht wesentlich verändert. Bei Burghof wird über ein kurzes Anschlussgleis ein grösseres Metallwerk regelmässig bedient, die Reststrecke nach Wasen jedoch wird kaum mehr befahren. Die hölzernen Haltestellen-Häuschen von Ei und Oberei sind noch vorhanden und dienen jetzt teilweise als Bushaltestellen. Das Stationsgebäude in Wasen dient einem Gewerbebetrieb.

Allgemeine Daten

Betriebsaufnahme Strecke:
Sumiswald – Wasen               1.06.1908
Einstellung Personenverkehr              29.05.1994
Betriebseinstellung Strecke:
Sumiswald-Grünen – Wasen              31.12.2004
Streckenabbruch noch erhalten als Anschlussgleis
Ersatzbetrieb                   Bus
Streckenlänge                 5.2  km
Spurweite               1435  mm
Grösste Neigung                21  0/00
Stationen und Haltestellen aufgehoben                    4
Tiefste Station   (Sumiswald-Grünen)              663 m.ü.M.
Höchste Station  (Wasen)              744  m.ü.M.
Anzahl Tunnel                   —-
Anzahl Brücken  (über 2 m Länge)                     2
Betriebsart               Elektrisch
Elektrischer Betrieb ab                  1945
Stromsystem      Wechselstrom  16,7 Hz
Spannung               15 000  V
Anzahl Zugspaare    1993                   18

Stationen und Haltestellen

Name Bahn km Höhe m.ü.M.  HG  NG Bemerkungen
Sumiswald-Grünen       0,0       663   noch in Betrieb
Ei       1,6       685   1
Burghof       2,2       693   1   Industrieanschluss
Oberei       4,0       722   1
Wasen       5,2       744   2   2

HG = Hauptgleise, NG = Nebengleise

Bilder aus der Betriebszeit

Ausschnitt aus dem Kursbuch Sommer 1971.

Fotos nach der Betriebseinstellung (Streckenbegehung 2009)

 

 

 

Literatur

Vereinigte Huttwil Bahnen, Minirex Verlag
Aufgehobene Bahnen in der Schweiz, VRS Verlag
Schweiz. Verkehrsstatistik 1973, Amt für Verkehr
Schienenverkehr Schweiz, AS Verlag