Wengernalpbahn (WAB)

Strecke: (Lauterbrunnen) – Witimatte – Wengen

Oberhalb Witimatte. 2006 Foto G. Diezi

Hier liegt die Strecke

Die alte WAB Strecke liegt im Lauterbrunnental.

Geschichte

Erste Projekte für eine normalspurige Bahnverbindung von Grindelwald über die Kleine Scheidegg nach Lauterbrunnen wurden 1873 zur Konzession eingereicht. Wegen der enormen Baukosten blieb die Bahn jedoch ohne Chance. Erst mit dem Bau der Generosobahn in 800 mm Spur wurde aufgezeigt, dass es möglich war kostengünstige Bergbahnen zu erstellen. 1890 wurde die Konzession für die Wengernalpbahn eingereicht und bereits 1893 konnte die Gesamtstrecke Lauterbrunnen – Kleine Scheidegg – Grindelwald als reine Dampfzahnradbahn in 800 mm Spur eröffnet werden.

Zur Bewältigung der 480 Höhenmeter zwischen Lauterbrunnen und Wengen musste die Maximalsteigung von 250 0/00 angewendet werden. Ab Wengen genügte dann eine Steigung von 180 0/00. Mit den steigenden Passagierzahlen machte sich bald einmal ein Kapazitätsengpass bemekbar. Bis Wengen vermochten die Dampfloks nur einen Personenwagen zu befördern, ab Wengen in der 180 0/00 Steigung jedoch zwei. Es erstaunt nicht weiter, dass man nach Lösungen suchte, um durchgehend zwei Wagen befördern zu können. Da keine stärkern Loks zur Verfügung standen kam nur eine neue, längere Strecke mit einer Maximalsteigung von 180 0/00 in Frage. Diese neue Linie über Wengwald konnte 1910 in Betrieb gehen.

Die alte Steilstrecke hatte in der Folge nur noch zweitrangige Aufgaben zu erfüllen. So wurden etwa die langsameren Güterzüge und Leermaterialzüge über diese Strecke geführt. Seit längerem war jedoch der Nutzen gegenüber dem Unterhaltsaufwand in keinem Verhältnis mehr. 2007 beschloss daher der Verwaltungsrat die alte Strecke abzubrechen.

Streckenführung

Von der leicht erhöht über Lauterbrunnen liegenden Witimatte führte die alte Strecke in gerader Linienführung weiter gegen das Felsband welches das Tal seitlich abschliesst. Dann verlief das Trassee in vielen Windungen in nördlicher Richtung um erst kurz vor der Station Wengen in einer 180° Kurve gegen Süden in die Station zu führen. Die beiden Strecken schlossen sich erst wieder im Stationsgebiet von Wengen zusammen. Tunnels waren keine vorhanden jedoch ursprünglich 10 Brücken. Im Gegensatz zur neuen Strecke wies die alte keine Zwischenstation auf.

Streckenskizze                                                       Google Earth

Was blieb erhalten? Stand 2014

Von Wengen bis oberhalb Witimatte sind das Trassee und die Viadukte erhalten geblieben. Oberhalb der Dienststation Witimatte wurde das Trassee planiert und ist in der Wiese nicht mehr sichtbar.

Allgemeine Daten

Betriebsaufnahme Strecke:
Witimatte – Wengen              20.06.1893
Betriebseinstellung Strecke:
Witimatte – Wengen              31.12.2007
Streckenabbruch                  2009
Ersatzbetrieb     Strecke über Wengwald
Streckenlänge                2,0  km
Gleis mit Zahnstange                2,0  km
Zahnradsystem              Riggenbach
Spurweite                800  mm
Grösste Neigung               250  0/00
Kleinster Kurvenradius                  60  m
Stationen und Haltestellen aufgehoben                   —
Tiefste Station     (Witimatte)              830  m.ü.M.
Höchste Station    (Wengen)             1278  m.ü.M.
Anzahl Tunnel                   —
Anzahl Brücken   (über 2 m Länge)                    9
Betriebsart               Elektrisch
Elektrischer Betrieb ab               3.07.1909
Stromsystem              Gleichstrom
Spannung                1500  V

Stationen und Haltestellen

Es wurden keine Stationen oder Haltestellen aufgehoben.

 

Bilder aus der Betriebszeit 1893 bis 1909 (Dampfbetrieb)

Bilder vom elektrischen Betrieb

Fotos nach der Betriebseinstellung (Streckenbegehung 2008)

Fotos vom Rückbau der alten Strecke 2009

Fotos nach der Betriebseinstellung (Spurensuche 2014)

 

 

 

Literatur

Schienennetz Schweiz, AS Verlag
Wengernalpbahn, Prellbock Verlag
Jungfrauregion, Schweers+Wall Verlag
Zahnradbahnen der Alpen, Ott Verlag